| Hauptsache der Storch fühlt sich wohl |
Wir sind jetzt in Brandenburg und die Landschaft verändert sich spürbar. Weite Felder, leicht hügelige Landschaft, saftigeres Grün als in Sachsen. Das kann aber auch am Regen liegen, der zum Glück vor allem nachts herunter kommt.
| Na, endlich. Die Oder! |
| Wir freuen uns über das erreichen der Neißemündung und die an dieser Stelle befindliche DDR-Kneipe |
An der Neißemündung sind wir gut 30 Kilometer geradelt, Zeit für eine Pause. Und siehe da, eine Kneipe mit kleinem Biergarten. Mit uns ist eine Familie mit Kind angekommen, die nach dem "Michael-Jackson-Spielplatz" suchen. Ersatzweise gäbe es diese Schaukel anzubieten. Wenn man hoch schaukelt, kann man die Oder sehen.
| Eine der schönsten Kinderschaukeln an der Oder |
| Eines der leckersten Biere in der ganzen DDR |
| Und das ist sie, die Kneipe mit dem wirklich guten Bier, der tollen Kinderschaukel, dem kultverdächtigen DDR-Charme und der unvergleichlichen Lage: an der Neißemündung |
Noch mal 20 Kilometer und wir erreichen Eisenhüttenstadt, eine auf dem Reißbrett geplante Stadt. Die Innenstadt wurde nach einem Architektenwettbewerb gestaltet und soll sehr sehenswert sein. Wir überlegen noch, ob wir sie besichtigen. Aber erst mal etwas essen. Unser Blick fällt auf eine Gaststätte mit Außenwirtschaft, "Bollwerk 4" im "Deutschen Haus" Wir setzen uns und erleben unser blaues Wunder. Ein perfektes Essen, toll anzuschauen, gute Weine (Vera: grünen Veltliner, Stefan: Zweigelt), sehr schmackhaft und ein wunderbarer Nachtisch.
Wir kommen ins Gespräch. Mit den Wirtsleuten, die beide Stewards auf der "Arkona" waren, einem Kreuzfahrtschiff der DDR (!), mit dem Nachbartisch, wo eine ältere Dame hört, dass wir uns erklären ließen, was "Würzfleisch" ist (eine Art Ragout fin, aber mit Schwein oder Huhn). Sie setzt sich zu uns an den Tisch, stellt sich als Studienrätin vor und erklärt uns das Gericht und was an der Schulbildung der DDR besser war. Amüsant und unterhaltsam.
Wir wollen gerade weiterfahren, als ein Platzregen einsetzt. Die Gesellschaft verzieht sich in die Gaststätte. Wir trinken noch einen Kaffe (ausgezeichnet!), fangen an, Schnaps zu probieren und sind schließlich die letzten Gäste. Es wird etwas persönlicher. Die Wirtin erzählt über ihre Tochter, das Flüchtlingsheim in Eisenhüttenstadt, die Überalterung, das Verhältnis zu den Polen ... Sie verabschiedet uns mit Handschlag und wir fahren endlich weiter. Sehr satt und sehr zufrieden. Da waren wir nicht das letzte Mal. Und das nächste Mal schauen wir uns dann die Planstadt an und das Museum für DDR-Alltagskultur.
| Und so kann man in Eisenhüttenstadt essen |
| Da waren wir nicht das letzte Mal |
| Marillenknödel mit verschiedenen Soßen |
Etwas angeschlagen von dem üppigen Mal und dem Alkohol fahren wir weiter. Wieder schlägt uns die Landschaft in ihen Bann. Zum Glück ist der Weg nicht schwer zu finden, man radelt, sinniert vor sich hin und ist einfach rundum zufrieden.
| Das Mittagessen hat mich aus der Bahn geworfen. Das ist doch hier die Oder, oder? (das mußte jetzt einfach mal sein) |
| Weiter geht`s nach Norden immer der Nase nach |
Ab und zu gehen Schauer nieder und wir hören Donnergrollen. Aufmerksam beobachten wir die Wolken und den Wind. Kommt der Regen näher? Weht der Wind die Wolken weg?
| Zwischendurch kleine Schauer, die wir an unseren Ponchos lässig abperlen lassen |
| Die Erfahrung lehrt: nach dem Regen ist vor dem Regen. Jedenfalls klare Luft. |
| Und so sieht es kurz vor Frankfurt aus |
schreiben diesen Blog und
schlafen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen